Sonntag, 24. Januar 2010

Rückblick 2009

Das zurückliegende Jahr 2009 war mit 8,6 °C zu warm. Insgesamt fielen 667 mm Niederschlag. Verglichen mit dem Referenzzeitraum 1961-1990 liegt die Temperaturabweichung bei +0,8 K und das Niederschlagsdefizit beträgt -14 mm (98 % des Mittelwertes von 681 mm).
Vergleicht man 2009 mit den übrigen Jahren, so fällt auf, dass die Schwankungsbreite der Messwerte relativ hoch ausfällt. Mit -20,9°C am 7.1. begann das Jahr außergewöhnlich kalt. Interessanterweise wurde der Wert im Dezember fast erneut erreicht. Der bisherige Stationsrekord seit 2003 aus dem Jahr 2005 von -17,9°C wurde damit noch deutlich unterschritten. Eine kurze Hitzeperiode im August ließ das Thermometer auf 34,4°C klettern. Am einzigen Tropentag des Jahres wurde die 30°C-Marke deutlich überschritten. Die aufgezeichneten Werte liegen trotz des relativ hohen Spannmaßes aber im Bereich der üblichen Extremwerte für Mitteleuropa.
Wie es aus Abbildung 1 ersichtlich ist, waren der Januar und der Juni kühler als im Mittel, wohingegen die Monate April und November deutlich zu warm ausfielen. Im November 2009 gab es keinen Frost.


Abb. 1: Temperaturen


Abb. 2: Frost- und Eistage


Abb. 3: Sommer- und Tropentage

Die im klimatologischen Mittel übliche Niederschlagsmenge wurde nur knapp unterschritten. Bedeutende Defizite sind für den April und August zu verzeichnen (Abb. 4). Hingegen konnte die Jahresbilanz weitestgehend durch die großen Niederschlagsmengen im November und Dezember ausgeglichen werden.


Abb. 4: Niederschlag 2009 und langjähriges Mittel

Abbildung 5 stellt die gezeigten Monatssummen und die jeweiligen größten Tagessummen gegenüber.


Abb. 5: Monats- und größte Tagessummen 2009

Die vorherrschende Windrichtung war Südwest. Einzig der April weicht davon ab. Der antizyklonale Charakter spiegelt sich hier in einer überwiegend nordöstlichen Anströmung wider.
Die Sonnenscheindauer beträgt 1821 h (126%). Alle Monate waren der Auswertung zufolge überdurchschnittlich sonnig. Wegen der großen Unsicherheit hinsichtlich der Normalwerte und der Messtechnik wird dieser Wert hier nicht weiter betrachtet.

Eine abschließende Witterungscharakteristik der Monate soll anhand eines sog. Thermopluviogramms erfolgen. Die Abweichungen der Klimaelemente Temperatur und Niederschlag werden vektoriell dargestellt. Der Koordinatenursprung ist der jeweilige Normalwert (Start). Am anderen Ende der Linie (üblicherweise als Vektor gezeichnet) kann die absolute Abweichung der Klimaelemente abgelesen werden (vergleiche Abb. 6):


Abb. 6: Thermopluviogramm

Positive Abszissenwerte kennzeichnen warme Monate, wohingegen negative Werte zu kühle Monate repräsentieren. Entsprechendes gilt für die Abweichungen des Niederschlages (Ordinatenwerte). Besonders auffällig sind die Monate Januar (kalt und trocken), April und August (warm und trocken) sowie der November (warm und nass). Auffällig ist zudem der kühle und nasse Juni. Die Abweichungen fallen aber weniger markant aus, als bei den obig genannten Monaten. Insgesamt dürfte sich durch diesen Witterungsabschnitt die subjektive Erinnerung eines "kalten und verregneten" Sommers festigen, was jedoch in der Bilanz durch den Juli und August kompensiert wurde. Das Jahr fällt insgesamt weniger extrem aus als die Einzelmonate und ist daher nicht dargestellt.

Neben den genannten Minima und Maxima der Temperatur ist als besonderes Ereignis ein Gewitter am 1.9. zu nennen, als die maximale Windgeschwindigkeit von 89 km/h aufgezeichnet wurde. Interessant ist, das dieser Wert entgegen der vorherrschenden Windrichtung (SW) auftrat - nämlich von NO. Vermutlich ist dieser Messwert im Zusammenhang mit einer Böenwalze zu sehen.

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