Sonntag, 13. April 2008

Witterungsrückblick: Die Jahre 2006 und 2007 im Kellerwald

Messstelle Hoher Keller, 570 m

Die Jahre 2006 und 2007 waren mit 8,5°C (2006) bzw. 8,4°C (2007) deutlich zu warm. Ein klimatologischer Vergleichswert liegt leider nicht vor. Es lässt sich aber vermuten, dass dieser Durchschnittswert im Bereich 6,5 - 7,0°C liegt. Zum Vergleich: In den gleichen Jahren betrug die Durchschnittstemperatur in Jesberg (265 m, also 300 Höhenmeter unterhalb) 9,3°C (2006) bzw. 9,6°C (2007). Bezogen auf den Normalwert von 7,8°C in Jesberg und die Tatsache, dass die Amplituden in einem Buchenbestand (Kellerwald) weniger stark ausgeprägt sind als auf einer offenen Wiese (Jesberg), erscheint der Gradient von ~0,4 K/100 m realistisch. Inwieweit solche Temperaturgradienten sich im Zuge des Klimawandels ändern, muss wegen fehlender Daten offen bleiben.
Das Jahr 2006 war ein Jahr der Extreme, wenngleich es deutlich zu warm war. Der Winter 2005/06 war recht kühl, was sich an den Durchschnittstemperaturen des Januars und Februars zeigen lässt. Der zunächst recht kühle Start wurde durch den Rekordjuli (21,0°C im Durchschnitt) mehr als nur kompensiert. Der anschließende August war hingegen eher verregnet und zu kalt. Interessanterweise wurde der Augustwert vom Septemberwert übertroffen. Mit nur 12 mm war der September 2006 erstaunlich trocken (Beginn Niederschlagsmessung) und sonnenscheinreich. Der letzte Teil des Jahres war ebenfalls zu warm (Dezember: 2,7°C).
Hinsichtlich der Temperaturwerte war das Jahr 2007 weniger extrem als 2006 obwohl die Durchschnittswerte nahezu gleich sind. Das Jahr begann mild, nass und stürmisch. Der Januar 2007 war im Durchschnitt 5,4 K wärmer als der Vorjahresmonat. Mit 180 mm präsentierte sich der Monat als überdurchschnittlich niederschlagsreicher Monat, wobei man auf Schnee vergeblich wartete. Eine ähnlich hohe Temperaturabweichung bezogen auf das Vorjahr war auch in den 3 Folgemonaten zu verzeichnen. Hervorzuheben ist der April, welcher mit 5 mm Niederschlag ein extrem trockener Monat war. Der Vergleich mit dem Januar zeigt, dass das Jahr bezogen auf den Niederschlag ein extremes Jahr mit überwiegend sehr verregneten aber auch sehr trockenen Monaten war. Der nasse Mai trug mit 189 mm wesentlich dazu bei, die Defizite wieder auszugleichen. Die Serie nasser Monater wurde erst durch den Oktober wieder unterbrochen, welcher im Kellerwald mit 7,4 mm besonders trocken war. Es lässt sich jedoch feststellen, dass das Jahr 2007 im Kellerwald mit 1236 mm ein besonders nasses Jahr war. Die üblichen Werte liegen laut HAD (Hydrologischer Atlas von Deutschland) vermutlich um 900 - 1000 mm (unkorrigiert). Da die Messungen im Lee durchgeführt werden, ist vermutlich der erstgenannte Wert ausschlaggebend. Zum Vergleich: In Jesberg (Lee, Tallage) werden in der gleichen Quelle Werte von 600 - 700 mm angegeben.





Literatur
BUNDESUMWELTMINISTERIUM (2003): Hydrologischer Atlas von Deutschland. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Bonn, Berlin, 239 p.

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